GoldWing-Online | Mythos GoldWing | GL 1000

Anfang der Siebziger dümpelte bei uns der Motorradmarkt am Boden. Wer etwas vom Fach verstand, setzte keinen Pfifferling aufs Zweirad. Bis zum Herbst 1972. Musste im Vorjahr der Handel noch eine Minusbilanz verbuchen, ging es plötzlich steil bergauf. Alle, die das Motorradgeschäft bis dato für tot erklärt hatten, wurden spätestens bei der IFMA 1972 in Köln Lügen gestraft. "Größer, stärker und schneller" war das Motto. Eine noch nie erlebte Modellvielfalt, bestückt mit Zwei- und Viertakt-Triebwerken von 50 bis 900 ccm, wurden angeboten. Hondas Antwort war schnell gefunden. Noch im Dezember 1972 stürzten sich Versuchsingenieure auf die neue Herausforderung. Gemäß dem Auftrag "machen, was machbar ist", begab man sich an die Entwicklung eines sportlichen Super-Tourers. Es sollte der "King of the Motorcycles" werden. Für dieses Ereignis fiel die Wahl auf die IFMA 1974 in Köln. Hondas GL 1000 GoldWing feierte hier Weltpremiere und wurde tatsächlich zur Sensation. Die Meinung der Fachleute sowie der Motorradfans spaltete sich in zwei Lager. Der eine Teil lehnte das neumoderne "Auto-Motorrad" von vornherein ab. Sie wetterten über das Aussehen, die komplizierte Technik und das hohe Gewicht. Doch nicht alle dachten so. Endlich haben es die Japaner fertig gebracht, frohlockten die Tourenfahrer und Weltenbummler, ein leistungs- und hubraumstarkes Reisemotorrad mit Kardanantrieb auf den Markt zu bringen. Und genau für diese Käuferschicht war die GL 1000 wie geschaffen, auch wenn Honda die GoldWing zunächst als eine Supersport-Tourer verkaufen wollte.

GoldWing GL 1000 - Der Sünden-Bock

Die GL 1000 war in ihrem Erscheinungsjahr 1974 eine Sensation. Markierte sie doch mit 4-Zylinder-Boxermotor, 1000 ccm und 82 PS die Obergrenze des damaligen Motorradbaus. Etwas vergleichbares gab es nur mit der Münch-Mammut.

Und genau für diese Käuferschicht war die GL 1000 wie geschaffen, auch wenn Honda die GoldWing zunächst als eine Supersport-Tourer verkaufen wollte. Bis die neue GL 1000 K0 GoldWing aber erstmals offiziell über deutsche Straßen rollte, sollte es Sommer 1975 werden. Einstimmig schwärmten die Tester vom seidenweichen und vibrationsfreien Motorlauf und dem kräftigen Durchzug. Noch nie hätte es ein Motorrad gegeben, mit dem man so bequem und leise fahren könne. Bis Ende 1980 blieb die 1000er GoldWing im Angebot, 3620 Käufer erwarben den Sechszentner-Boliden. 1975 war es die GL 1000 K0; 1976 die GL 1000 K1 und parallel dazu die GL 1000 LTD, 1977 die GL 1000 K2 und ab 1978 die GL 1000 K3 und zum Schluss die K4. Bei uns kostete 1975 der Highway-Runner rund 9.300 Mark 1978 gab es die K3 für 7250 Mark, 1979 für 8760 Mark, und 1980 fiel der Preis für das Auslaufmodell auf unter 7.000 Mark. - Kein Wunder...
...Die neue GL 1100 stand ab Mitte 1980 bei den Honda Händlern im Schaufenster.

Bilder GL 1000

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