GoldWing-Online | Mythos GoldWing | GL 1500

Rund 14 Jahre nachdem Soichiro Irimajiri seinen Sechszylinder - AOK gebaut hatte, rollte nun tatsächlich die GoldWing mit einem flüssigkeitsgekühltem Sechszylinder-Viertakt-Motor vom Montageband. Schwer und mächtig war der Super-Tourer inzwischen geworden, mit allem erdenklichen Zubehör ausgestattet, brachte er stolze 393 kg auf die Waage. Technisch ist das Hubraummonster mit Sechszylinder-Boxer, Cruise Control und Rückwärtsgang eine Sensation. Mit 150 Newtonmeter Drehmoment ist sie vergleichbar mit einem Mittelklasse-Pkw.
Um das Versprechen des ultimativen Motorrads einlösen zu können, wandte Honda eine Regel aus dem kleinen Einmaleins des Motorenbaus an: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen - außer durch noch mehr Hubraum.
Die GoldWing, 1987 vorgestellt, ließ die Motorradszene für einen Moment die Luft anhalten: 1520 cm3 Hubraum, das sechsfache Produkt aus Bohrung mal Hub von 71 x 64 Millimetern, galten damals für eine Straßenmaschine als ein kräftiger Schluck aus der Pulle. Und das nicht nur in Amerika.

Nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit wurde 1987 die GL1500 mit einem Sechszylinder-Boxermotor auf den Markt gebracht.
Dieses Motorrad ist von vorne bis hinten nur für einen Zweck konstruiert: Der Besatzung lange Etappen so angenehm wie möglich zu machen.

Im Jahr 1991 kam Honda mit einer Limited Edition der SE-Version auf den Markt: Auffälligstes Merkmal war die goldene und schwarze Lackierung des Motorrads. Die Aspencade dieses Jahrgangs wurde dagegen in schwarz, rot und blau ausgeliefert. 1992 gesellte sich eine abgespeckte Version namens Interstate zu den Modellen Aspencade und SE. Für den Preisnachlass von 3000 Dollar musste der GoldWinger auf den Rückwärtsgang, Tempomat und den Bordkompressor verzichten. Die Trittbretter der Sozia wichen einfachen Rasten, und aus dem Radio verschwand der Kassettenteil. Außerdem fehlten die maßgeschneiderten Innentaschen in Side- und Topcase.
Auch kleine optische Einbußen wiesen auf das Sparmodell hin: So waren zum Beispiel die Schalen für die Spiegel aus schlichtem schwarzem Kunststoff und nicht in der Farbe des Motorrads lackiert. Die SE dagegen warf sich zweifarbig blau, blau-weiß, türkis oder einfarbig weiß ins Zeug. Schick kam das Topmodell auch ein Jahrspäter, 1993, in zweifarbig blau und türkis daher. Außerdem lockte Honda die SE-Kundschaft mit einem Funkgerät, dass es ab sofort serienmäßig dazugab. Der Abstand zur Standardversion Aspencade - in diesem Jahr in rot, blau und schwarz zu haben - war wieder ein Stückchen größer geworden. Ganz zu schweigen von der schier unüberwindbaren Distanz zur Interstate
Optisch wurde die GL 1200 leicht an die Sondermodelle angelehnt und verließ das Werk in schwarz sowie den Zweitonlackierungen Schwarz und Silber, oder Silber und Rot. Am Heck prangte serienmäßig erstmals ein Spoiler - wie zuvor an der Limited und Special Edition. Die Sitzbank bekam eine haltbarere Basis, und Kotflügel wie Seitendeckel entstanden aus einem neuen Kunststoff. Dunlop lieferte zum ersten Mal einen Reifen mit speziellem GoldWing - Profil.

Vor der IFMA 1994 bietet Honda die 94er Aspencade und Interstate in rot, schwarz und dunkelgrün an, während die SE ein weißes Kleid trägt oder drei verschiedene Zweifachlackierungen erhält: rot, dunkelgrün sowie ein helleres Grün. Und doch kann der Gold Wing-Liebhaber gespannt sein auf das Jubiläumsjahr 1994/ 1995. Wird es etwa eine nagelneue GoldWing geben?
Seit der Pressekonferenz im Juli des IFMA-Jahres 1994 jedoch ist klar, dass auch das Jubiläumsmodell eine nahezu herkömmliche GoldWing ist. Alle Spekulationen erweisen sich als null und nichtig. Wichtigste Neuerung neben dem speziellen Signet auf der neu gestalteten Frontblende ist die modifizierte Gabel. Außerdem soll die Sitzhöhe tiefergelegt, die Maschine daher auch kleineren Fahrern zugänglich werden. Im Prinzip waren die Neuerungen ohnehin weitgehend egal.
Hondas Werbetext von 1987:
»Dieses Motorrad ist ein einzigartiges Abenteuer, eine Herausforderung, diese großartige Maschine beherrschen zu lernen. Sie werden durch den Wind fahren und über ein Fahrzeug mit der Straße verbunden sein, welches empfindlicher reagiert als irgendein anderes. Im Gegensatz zu einem Auto haben Sie kein Blech um sich herum. Wie bei einem Flugzeug sind Überprüfung vor dem Fahren und regelmäßige Wartung von ausschlaggebender Bedeutung für Ihre Sicherheit. Die Belohnung ist "Freiheit"..«

2001 hat Honda den *GoldWing Überhammer* auf den Markt gebracht - die GL 1800.

Bilder GL 1500

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